Haferflocken selber machen: billig, gesund und lecker

Haferflocken selbst machen

Schwierigkeitsgrad: leicht

Haferflocken selber machen garantiert Rohkost-Qualität. Diese sind sogar noch wertvoller, da sie vor dem Flocken gekeimt sind. Während des Keimprozesses vervielfacht sich der Vitalstoffgehalt immens - z.B. steigt der Vitamin B2 Gehalt um 1300 Prozent.

 

Zutaten für 90 g:

Küchengeräte:

  • Dörrgerät
  • Flocken- oder Kornquetsche

Zeiten:

  • Vorbereitung: 6 St. trocknen (im Dörrer)
  • Zubereitung: 10 Min.
  • Haltbarkeit: 1 - 2 Monate
 

Vorbereitung

Haferflocken

Die Sprossen auf dem Gitter eines Dörrereinschubs möglichst einlagig verteilen. Sprossen aus 100 g Körnern belegen einen Einschub. Den gekeimten Hafer 6 St. bei 40 Grad trocknen lassen. Alternativ trocknen Sie den Hafer wie in den Tipps (s.u.) beschrieben.

 

Zubereitung

Flockenquetsche

Stellen Sie die Flockenquetsche auf den gewünschten Flockungsgrad ein. Für Flocken mit Biss z.B. auf 1 mm Walzenabstand. Hauchtzarte Schmelzflocken erhalten Sie, wenn Sie die Flocken selbst noch einmal flocken.

 

frische Haferflocken

Geben Sie den Hafer in den Flocker, kurbeln und genießen Sie den Duft frischer Haferflocken.

 

zarte Flocken

Experimentieren Sie damit, welcher Flockungsgrad Ihnen am besten schmeckt. Für das Müsli mag grob eine gute Wahl sein, für den Smoothie sollen die Flocken eher zarter sein.

 

Flocken auf Vorrat

Flocken auf Vorrat lassen sich sehr gut in einem verschließbaren Glasvorratsbehälter aufbewahren. Wenn Sie immer frisch flocken wollen, dann lagern Sie den getrockneten, gekeimten Hafer z.B. in einem Einweckglas.

 

TippDie meisten im Handel erhältlichen Haferfocken werden vor dem Flocken bedampft und dabei auf 60 Grad erhitzt - damit schädliche Keime zerstört werden. Leider auch eine Menge Vitalstoffe.

 

TippDer gekeimte Hafer kann auch im Backofen oder über Nacht in einem warmen Zimmer in der Nähe der Heizung getrocknet werden. Da die meisten Backöfen nicht niedriger als 50 Grad geschaltet werden können, lassen Sie die Ofenklappe während des Trocknens einen Spalt offen. Mit einem Backofenthermometer können Sie sich absichern, dass der Hafer nicht über 40 Grad erhitzt wird.

 
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Kommentare

Mary

Hallo,

ich nehme an, du fragst hier nach dem Waschen der Körner vor dem Einweichen, korrekt? In vielen Fällen mag es reichen, die Körner in einem Sieb zu waschen, sprich, abzubrausen.

Den Körnern sieht man es oft nicht an, was alles so dran hängt. Erst wenn sie in einer Schüssel gewaschen werden, wundert sich so mancher über die graue Brühe, die dabei entsteht.

Doch wer gründlich spült, dem mags sicher reichen. Das Waschen in der Schale ist kein Naturgesetz.

Liebe Grüße Mary

Mary

Hallo Beate,

zwei interessante Artikel zum Thema Hafer und Nackthafer möchte ich empfehlen:

https://www.zentrum-der-gesundheit.de/hafer.html

und

https://www.zentrum-der-gesundheit.de/qualitaet-von-hafer-erkennen.html

Im ersten Artikel werden ausführlich die Nährstoffe im Hafer erläutert und im zweiten geht es darum, woran man hochwertige Qualität erkennt. Weiterhin wird in diesem Artikel eine Bezugsquelle genannt, wo man sogenannten Sprießhafer bekommen kann, nämlich bei der Donath Mühle. Ich selbst habe diesen Sprießhafer noch nicht ausprobiert, da ich bislang mit den Produkten von der Bohlsener Mühle wie auch von der Antersdorfer Mühle gute Ergebnisse erzielte.

Wie es mit den Nährwerten bei Haferflocken ausschaut, da kann man sich wohl nur auf die Hersteller verlassen oder eben selbst zur Tat schreiten und den Hafer selber flocken. Wie der obige Artikel zeigt, werden beim herkömmlichen Hafer nicht nur die Flocken bedampft (also erhitzt), sondern auch das Korn. Was das Erhitzen in Flocke oder Korn anrichtet und ob dies in den Nährstofftabellen berücksichtigt wird, bleibt eine offene Frage.

Aber, wie ich schon in anderen Antworten zu Kommentaren schrieb: Wer Probleme mit dem Keimen hat, kann sich mit dem Ankeimen begnügen. Die Nährstoffe im angekeimten (Nackt-)Hafer dürften immer noch die des üblichen Hafers wie  der Flocken übersteigen.

Liebe Grüße Mary

Beate

Guten Abend,

könnte hier ggf. jemand bitte Tips zu einem erfolgreichen keimen von Hafer geben ?

Ich keime diverses seit Jahren mit Erfolg, aber selbst mit dem Spielberger Nackthafer haperte es, so dass ich keien Lust mehr hatte damit weiterzumachen. Im Gespräch mit anderen hieß es: Hafer sei kompliziert, mal klappe es, mal nicht.... Hier hört sich das aber nicht so an ...

Und hat jemand eine zuverlässige Datenquelle zu  B-Vitaminen in HaferFLOCKEN (wüsste ich gern bezügl. meiner Mutter)

 

Vorab Vielen Dank, Beate

Mary

Hallo Anne,

das kenne ich von im Handel gekauften, gekeimten Haferflocken auch. Wenn das Schwänzchen (gemeint sind nicht die Wurzeln, sondern die Keimlinge) die Größe des Korns hat, dann erst hat das Korn ein Vielfaches an Vitalstoffen gebildet, das die Keimlinge so wertvoll macht. Beim Hafer z.B. steigt der Vitamin B2 Gehalt während dieser Keimung um 1300 Prozent. ... Wow! Gemäß einer Studie soll das allerdings erst nach fünf Tagen Keimzeit der Fall sein. Nun, so lange lasse ich ihn nicht keimen, da er mir dann zu bitter schmeckt.

Du kannst daran eben sehen, dass nur angekeimter Hafer eben entsprechend weniger Vitalstoffe enthält. Dennoch, besser als ungekeimt ist er allemal.

Da liegt es an uns - wie wir abwägen wollen :)

Liebe Grüße Mary

Anne

Huhu,

danke für die ausführliche Anleitung. Ich hab aber noch eine kleine Frage dazu: keimst du den Hafer für Haferflocken wirklich immer auch drei Tage, so dass er schon deutliche "Schwänzchen" hat? Wenn ich im Spezialhandel fertige gekeimte Haferflocken kaufe, sieht es nicht so aus, als wäre da vorher ein Schwänzchen dran gewesen...

Danke dir und viele Grüße

Anne

Lisa

Hallo Gerd,

wenn man den Hafer gut trocknet, dann kann das auch nicht passieren. Aber klar, am meisten Vitalstoffe sichert man sich, wenn man den Hafer frisch gekeimt, also direkt verspeist. Nur lange lagern kann man die Keimlinge nicht. Und das ist der Punkt - bei mir jedenfalls mit Familie, sprich einigen Essern und und und ...

LG Lisa

Mary

Hallo,
 
wir verwenden eine Eschenfelder Flockenquetsche mit nickelfreien Edelstahlwalzen. Die Schnitzer Campo Flockenquetsche mit Steinwalzen soll auch Hafer problemlos flocken (laut Herstellerangabe). Aber: Hafer – selbst ungekeimter – enthält für ein Korn recht viel Fett und hinterlässt immer leichte Spuren. Auf jeden Fall sollte der Hafer nach dem Keimen getrocknet werden, sonst wird’s wirklich recht matschig.
 
Für das Säubern der Walzen gibt’s noch einen kleinen Trick: Nachdem der Hafer fertig geflockt ist, gibt man dem Quetscher ein paar trockene Weizen- oder Kamutkörner zu malmen. Dadurch werden die Walzen zwar nicht blitzblank, aber von den grobsten Schlieren gereinigt. Das müsste auch mit Steinwalzen gut funktionieren. ... Mein nächster Flocker soll auch einer mit Steinwalzen sein!
 
Übrigens: Ich flocke sogar feuchten Hafer – über Nacht eingeweicht und morgens nur trockengerieben. Wir mögen diese feuchten Flocken einfach zu gern’. Die Quetsche sieht danach wie nach einer Schlammschlacht aus. Sie landet dann kopfüber im Spülbecken, wird geschrubbt und gerubbelt, abgetrocknet und zum Nachtrocknen auf den Schrank gestellt. Dem Holz des Flockers gönne ich hin und wieder eine Einreibung mit Kamelienöl. Dieses Öl ist weitgehend säurefrei und schützt Holz wie Metall.
 
Liebe Grüße und viel Erfolg und Freude mit den Steinwalzen
Mary

Besucher

Hallo

welche Flockenquetsche verwendet ihr für die geleimten Haferflocken? Würde gerne ein Steinmahlwerk nehmen, habe aber Bedenken, dass sich das Mahlwerk zusetzt u verschmiert.

Mary

Hallo Melanie,
ja, Nackthafer keimt bereitwillig. Damit habe ich die besten Erfahrungen gemacht.
Viel Spaß mit den Keimlingen - sie schmecken wirklich klasse
Mary

Melanie Trampitsch

Danke für deine Antwort! Bin wirklich froh darüber!
Gut, dann werde ich auch die Keimlinge lagern. Das mit dem Nährstoffverlust war mir im Grunde eigentlich eh vorher auch schon bewusst. :)

Ist es Nackthafer?

Liebe Grüße

Melanie

Mary

Hallo Mela,
zerkleinerte Nahrung - in unserem Falle das Flocken der Haferkeimlinge - verliert immer schneller Vitalstoffe als in ihrer ursprünglichen Form. Wenn Sie eine längere Lagerung wünschen, dann lieber als Keimlinge, denn als Flocken.
Ich lagere nur die Keimlinge und flocke nach Bedarf. Da wir häufig an fünf Tagen in der Woche Haferflocken verspeisen, steht einmal pro Woche eine Großkeim-Aktion an. Es ist mir schon zur Gewohnheit geworden und der Hafer keimt so brav, dass er mir jedes Mal Freude macht.
Liebe Grüße
Mary

Melanie Trampitsch

Gibt es eine Möglichkeit, die Haltbarkeit zu verlängern, natürlich ohne dabei etwas von der Rohkostqualität einzubüssen? Länger dörren? Oder halten sich die getrockneten Hafer-Keimlinge in noch nicht geflocktem Zustand vielleicht länger als 1-2 Monate?

Würde mich über eine Antwort sehr freuen!

Liebe Grüße, Mela

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